Schneiden, tauschen, neu gestalten – Kartenserien mit System
Das Grundprinzip ist einfach: Ihr wählt drei aufeinander abgestimmte Papiere aus, schneidet alle nach demselben Schnittplan zu und verteilt die entstandenen Teile anschließend neu. Jede Karte erhält dabei jeweils ein Teil aus jedem Papier.
Das Ergebnis ist eine kleine Kartenserie mit gemeinsamen Farben und Mustern. Da die Papiere auf jeder Karte anders angeordnet werden, bekommt trotzdem jede Gestaltung ihren eigenen Charakter.
In unserem Basteltipp „Dankeskarten in Serie“ haben wir das Prinzip dreimal ausprobiert. Dabei sind drei verschiedene Serien mit jeweils drei Karten entstanden. An diesen Beispielen zeigen wir euch, wie unterschiedlich sich die Technik einsetzen lässt.
🌸 Das Grundprinzip: Drei Papiere für drei Karten
Am einfachsten lässt sich die Technik mit drei Bastelpapieren erklären. Schneidet zunächst alle Papiere auf dasselbe Ausgangsmaß zu. Dieses sollte etwas kleiner als die Vorderseite eurer Grundkarte sein, damit später ein schmaler Kartenrand sichtbar bleibt.
Anschließend zeichnet ihr einen Schnittplan. Er legt fest, in welche drei Bereiche jedes Papier geteilt wird. Dabei könnt ihr gerade, schräge oder unterschiedlich lange Schnittlinien verwenden.
Übertragt die Linien auf die Rückseiten der drei Bastelpapiere und schneidet jedes Papier nach derselben Vorlage zu. Schneller geht es, wenn ihr die Papiere genau übereinanderlegt und die Schablone mit Büroklammern auf der Rückseite befestigt. Dann könnt ihr entlang der Linien durch alle Papierlagen schneiden.
Bei sehr festem oder dickem Bastelpapier solltet ihr jedoch prüfen, wie viele Lagen sich mit eurer Schere noch sauber schneiden lassen. Im Zweifelsfall teilt ihr den Stapel und schneidet die Papiere in zwei Arbeitsgängen.
Nach dem Schneiden besitzt ihr von jedem Papier dieselben drei Formen. Nun beginnt das Tauschen:
- Die erste Karte erhält den oberen Teil von Papier A, den mittleren Teil von Papier B und den unteren Teil von Papier C.
- Bei der zweiten Karte wandern die Papiere jeweils eine Position weiter.
- Die dritte Karte erhält die letzte noch mögliche Zusammenstellung.
Auf diese Weise wird jedes Papier auf jeder Karte genau einmal verwendet.
Bevor ihr die einzelnen Teile festklebt, legt ihr alle drei Kartenhintergründe am besten vollständig aus. So könnt ihr die Verteilung noch verändern und prüfen, ob sich die Farben und Muster ausgewogen wiederholen.
Lasst zwischen den einzelnen Papierteilen einen schmalen Abstand. Dadurch scheint die Farbe der Grundkarte als feine Trennlinie hindurch. Die zusammengesetzten Flächen wirken dadurch wie ein bewusst gestaltetes Papierpuzzle.
Die gemeinsame Aufteilung verbindet die drei Karten miteinander. Unterschiedliche Blumenmotive, Schriftzüge und Verzierungen sorgen anschließend dafür, dass jede Karte trotzdem individuell aussieht.
Bei unserer ersten Serie wurden drei vollständig gemusterte Papiere miteinander kombiniert. Die markanten Muster tauchen auf jeder Karte wieder auf, befinden sich jedoch immer an einer anderen Stelle.
🌸 Gemusterte und einfarbige Papiere kombinieren
Für eine Kartenserie müsst ihr nicht ausschließlich gemusterte Bastelpapiere verwenden. Besonders harmonisch wirkt häufig eine Mischung aus auffälligen Motiven und ruhigeren einfarbigen oder leicht marmorierten Flächen.
Bei unserer zweiten Serie haben wir ein florales Muster mit rosafarbenem und violettem Papier kombiniert. Der Schnittplan verläuft diesmal quer über die Karte. Durch die leicht schrägen Linien wirken die Flächen lebendiger als drei vollkommen gerade Streifen.
Auch hier werden alle drei Papiere nach demselben Plan zugeschnitten. Danach lassen sich die entstandenen Flächen erneut untereinander tauschen.
Das Blumenpapier bildet auf einer Karte den oberen, auf der nächsten den mittleren und auf der dritten den unteren Bereich. Genauso wandern das rosa und das violette Papier von Karte zu Karte weiter.
Einfarbige Papiere bieten viel Platz für größere Schriftzüge und Verzierungen. Das gemusterte Papier bringt dagegen Bewegung in die Gestaltung. So entsteht ein guter Ausgleich zwischen ruhigen und auffälligen Flächen.
Bevor ihr klebt, solltet ihr wieder alle Teile lose anordnen. Achtet darauf, dass das Motivpapier richtig herum liegt und schöne Blütenausschnitte sichtbar bleiben.
Da die Karten durch die Papieraufteilung bereits deutlich zusammengehören, dürft ihr bei den Motiven ruhig variieren. Unterschiedliche Blumen, anders platzierte Schriftzüge und wechselnde Bordüren lockern die Serie auf.
🌸 Ein Muster in verschiedenen Farben verwenden
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dasselbe Muster in mehreren Farben zu verwenden. Dadurch wirkt die Kartenserie besonders geschlossen, ohne dass die einzelnen Flächen miteinander verschmelzen.
Für unsere dritte Serie haben wir Bastelpapiere mit demselben Kreismuster in Grün, Gelb und Orange ausgewählt. Die unterschiedlichen Farben sorgen für Abwechslung, während das wiederkehrende Muster alle Karten miteinander verbindet.
Diesmal besteht der Schnittplan nicht aus drei großen zusammenhängenden Flächen. Stattdessen erhält jede Karte einen langen Papierstreifen und drei Quadrate.
Von jedem der drei Papiere werden ein langer Streifen und drei gleich große Quadrate vorbereitet. Für jede Karte wird anschließend ein anderer Streifen verwendet. Dazu kommen jeweils ein grünes, ein gelbes und ein orangefarbenes Quadrat.
Die Quadrate müssen nicht gerade aufgeklebt werden. Auf die Spitze gestellt wirken sie wie Rauten und bringen zusätzliche Bewegung in die Gestaltung. Durch die leicht versetzte Anordnung entstehen drei ähnliche, aber nicht identische Hintergründe.
Auch bei dieser Variante empfiehlt es sich, zunächst alle Karten gleichzeitig auszulegen. So erkennt ihr sofort, ob jede Karte alle drei Farben enthält und ob die Muster gleichmäßig verteilt sind.
Für die fertigen Karten wurden wieder unterschiedliche Blumenmotive verwendet. Die roten, gelben und orangefarbenen Blüten greifen einzelne Farben der Papiere auf und geben jeder Karte ihren eigenen Schwerpunkt.
🌸 Streifen, Quadrate und Dreiecke neu kombinieren
Unsere drei Beispiele zeigen nur einige der möglichen Aufteilungen. Ihr könnt das Prinzip immer wieder abwandeln und an eure vorhandenen Bastelpapiere anpassen.
Gut geeignet sind unter anderem:
- waagerechte oder senkrechte Streifen,
- unterschiedlich breite Papierstreifen,
- schräge Flächen,
- Quadrate und Rechtecke,
- Dreiecke,
- ein langer Streifen mit mehreren kleineren Formen,
- symmetrische oder bewusst unregelmäßige Aufteilungen.
Für den Anfang sollten die einzelnen Teile nicht zu klein werden. Größere Flächen lassen sich leichter ausrichten und sauber aufkleben. Außerdem bleiben die Muster der verwendeten Papiere besser erkennbar.
Wer etwas Neues ausprobieren möchte, kann vier Papiere in vier Bereiche schneiden. Anschließend werden die Teile auf vier Karten verteilt, sodass jede Karte jeweils eine Fläche aus jedem Papier erhält. Dieses Prinzip funktioniert genauso wie bei einer Dreierserie – es gibt lediglich eine weitere Tauschposition.
🌸 Auf Farben und Muster achten
Damit die fertigen Karten harmonisch wirken, sollten die ausgewählten Papiere mindestens eine gemeinsame Farbe besitzen. Ein auffälliges Muster lässt sich beispielsweise mit zwei ruhigeren Papieren kombinieren, die einzelne Farbtöne daraus wiederholen.
Bei Papieren mit Blumen, Schriftzügen oder anderen Motiven müsst ihr außerdem auf die Ausrichtung achten. Dreht die Papiere vor dem Zuschneiden so, dass die Motive später nicht auf dem Kopf stehen.
Sehr große Muster können beim Zerschneiden ihren Zusammenhang verlieren. Prüft deshalb vorher, welche Bereiche auf den einzelnen Karten sichtbar bleiben. Kleine, gleichmäßig verteilte Muster sind besonders unkompliziert.
Auch die Grundkarten gehören zur Farbplanung. Ein schmal sichtbarer Rand und die Zwischenräume zwischen den Papierteilen werden Teil der Gestaltung. Wählt deshalb eine Kartenfarbe, die zu allen verwendeten Papieren passt.
🌸 Erst auslegen, dann festkleben
Legt die zugeschnittenen Teile immer zuerst lose auf die Karten. Auf diese Weise könnt ihr die Verteilung in Ruhe prüfen und einzelne Bereiche noch miteinander tauschen.
Wenn euch die Zusammenstellung gefällt, fotografiert die ausgelegten Karten. Danach könnt ihr die Teile zum Aufkleben wieder herunternehmen, ohne die geplante Reihenfolge zu vergessen.
Zum Befestigen eignet sich doppelseitiges Klebeband besonders gut. Es hält flächig, trägt kaum auf und verhindert, dass sich dünneres Papier durch feuchten Klebstoff wellt.
Beginnt beim Aufkleben mit einem mittleren oder besonders auffälligen Teil. An diesem lassen sich die übrigen Flächen leichter ausrichten. Achtet dabei auf gleichmäßige Abstände und drückt die Außenkanten sorgfältig fest.
🌸 Eine gemeinsame Grundlage, viele Möglichkeiten
Das Schöne an dieser Technik ist die Mischung aus Wiederholung und Abwechslung. Alle Karten einer Serie besitzen denselben Aufbau und dieselben Papiere. Durch die getauschten Positionen, unterschiedliche Grundkarten und wechselnde Motive entsteht trotzdem jedes Mal ein neues Design.
Auch Papierreste lassen sich auf diese Weise gut verwenden. Solange mehrere Farben oder Muster in ähnlicher Größe vorhanden sind, könnt ihr daraus einen eigenen Schnittplan entwickeln.
Die fertigen Karten eignen sich einzeln zum Verschenken oder gemeinsam als kleines Kartenset. Wer regelmäßig Karten benötigt, kann sich mit einem gemeinsamen Zuschnitt außerdem schnell einen passenden Vorrat anlegen.
Die neun gezeigten Dankeskarten findet ihr mit vollständigen Materialangaben und ausführlichen Bastelanleitungen in unserem Basteltipp „Dankeskarten in Serie“.
Wir wünschen euch viel Spaß beim Schneiden, Tauschen und Neugestalten!