Aufbau eines 3D-Bildes – Schritt-für-Schritt-Anleitung
3D-Motive verleihen selbst gebastelten Karten eine besonders schöne Tiefe. Dafür werden mehrere Bildteile desselben Motivs ausgeschnitten und mit Klebepads schichtweise übereinandergeklebt. Je weiter oben ein Detail liegt, desto kleiner ist normalerweise der dazugehörige Bildausschnitt.
Das Grundprinzip ist bei fast allen 3D-Schneidebögen gleich – unabhängig vom Hersteller, vom Motiv und von der Anzahl der enthaltenen Bildteile. In dieser Anleitung zeigen wir euch zwei Möglichkeiten: ein vollständig an der Kontur ausgeschnittenes Motiv und ein Motiv, bei dem das Basisbild einen weißen Hintergrund behält.
✂️ Was benötigt ihr?
Für den Aufbau eines 3D-Bildes braucht ihr:
- einen 3D-Schneidebogen
- eine feine Bastelschere
- ein Bastelmesser
- eine Schneideunterlage
- eine weiche Unterlage, zum Beispiel eine Moosgummiplatte
- Klebepads in 1 mm und 1,5 mm Höhe
- bei Bedarf Klebepads in 2 mm Höhe
- Bleistift und Lineal
- für ovale Basisbilder eventuell eine Schablone
✂️ Bildmotive voneinander trennen
Auf dem ausgewählten 3D-Bogen von Le Suh befinden sich zwei große Bildmotive mit zahlreichen aufeinander aufbauenden Teilen.
Schneidet den Bogen zunächst so auseinander, dass alle Teile eines Motivs von den Teilen des anderen Motivs getrennt sind. Das sorgt für Übersicht und verhindert, dass ihr später versehentlich Bildausschnitte verschiedener Motive miteinander vermischt.
✂️ Zwischenräume und Außenkonturen ausschneiden
Beginnt bei den großen Bildteilen mit den innen liegenden Zwischenräumen. Diese lassen sich besonders sauber mit einem scharfen Bastelmesser und einer geeigneten Schneideunterlage entfernen.
Anschließend schneidet ihr das Motiv entlang seiner Außenkontur aus. Arbeitet möglichst genau am gedruckten Rand, damit später keine weißen Kanten sichtbar bleiben.
Für lange, leicht geschwungene Linien eignet sich eine kleine Bastelschere. Sehr enge Stellen und feine Zwischenräume lassen sich häufig besser mit dem Bastelmesser bearbeiten.
🌀 Bildteile leicht wölben
Sind alle Teile ausgeschnitten, werden sie von der Rückseite leicht gewölbt. Legt sie dazu mit der bedruckten Seite nach unten auf eine weiche Unterlage, beispielsweise eine Moosgummiplatte.
Fahrt mit dem runden Griff einer kleinen Bastelschere vorsichtig über die Rückseite. Das Basisbild wird nur ganz leicht an seinen Außenrändern geformt. Bei den weiteren Aufbauschritten dürft ihr etwas kräftiger drücken, damit sich die Ränder sichtbar wölben.
Durch diese Wölbung wirken Blätter, Früchte, Blüten und andere Motivteile später weicher und natürlicher. Ausßerdem werden die Klebepads gut verdeckt, wenn man seitlich ins Motiv blickt.
◻️ Klebepads in verschiedenen Höhen verwenden
Verseht die Rückseiten der ausgeschnittenen Bildteile (außer dem Grundmotiv) mit Klebepads. Je höher die Pads sind, desto größer wird der Abstand zwischen den einzelnen Ebenen – und damit auch die Gesamthöhe des fertigen 3D-Bildes.
Für eine natürliche Tiefenwirkung empfehlen wir:
- große, hintere Bildteile: 1,5 oder 2 mm hohe Klebepads
- kleinere, vordere Bildteile: 1 mm hohe Klebepads
Bei Le-Suh-Motiven mit vielen Bildschritten könnt ihr die ersten beiden großen Ebenen mit 1,5- oder 2-mm-Pads befestigen. Für alle kleineren Details genügen anschließend 1-mm-Klebepads.
Verteilt die Pads gleichmäßig. Besonders an den Außenkanten sollte genügend Halt vorhanden sein, damit sich die Bildteile später nicht absenken.
◻️ Klebepads teilen und Motiv zusammensetzen
Die Klebepads sind auf ihrem Bogen meistens in etwa 5 × 5 mm große Felder vorgestanzt. Für schmale Blätter, kleine Blüten und feine Details könnt ihr diese Pads halbieren oder vierteln.
Auf breiteren Flächen verwendet ihr dagegen halbe oder ganze Pads.
Bei uns im Shop bieten wir euch auch Mini-Pads in passenden Höhen. So braucht ihr die Pads nicht schneiden und könnt normale Pads und Mini-Pads der selben Stärke miteinander kombinieren.
Achtet darauf, dass kein Klebepad über die Kontur des Bildteils hinausragt.
Zieht anschließend die Schutzfolien ab und beginnt mit dem größten Bildteil. Setzt es passend auf das Basisbild und ergänzt danach Schritt für Schritt die jeweils nächstkleineren Ausschnitte. Orientiert euch dabei genau an den darunterliegenden Konturen und schaut beim Kleben möglichst immer von oben auf das Motiv.
📐 Basisbild mit weißem Hintergrund ausschneiden
Das Basisbild muss nicht immer vollständig an seiner Außenkontur ausgeschnitten werden. Wenn auf dem Bogen ausreichend Platz vorhanden ist, könnt ihr einen weißen Hintergrund stehen lassen. Besonders gut eignen sich rechteckige oder ovale Formen.
Für ein Rechteck zeichnet ihr die Schneidelinien mit Bleistift und Lineal vor. Bei unserem Himbeermotiv dient der Außenrand des 3D-Bogens bereits als eine gerade Kante. Zeichnet oben, unten und an der langen Innenseite einen gleichmäßigen Rand ein.
Ragt ein Blatt, eine Frucht oder ein anderer Motivteil über die geplante Linie hinaus, unterbrecht ihr die Linie an dieser Stelle. Schneidet um das Motiv herum und setzt die gerade Kante danach fort.
Diese Variante hat einen praktischen Vorteil: Filigrane Zwischenräume im Basisbild müssen nicht einzeln ausgeschnitten werden.
🦋 3D-Motiv mit Hintergrund aufbauen
Bleibt das Basisbild mit seinem weißen Hintergrund erhalten, werden die weiteren Aufbauschritte auch nur an ihren Außenkonturen ausgeschnitten. Evtl. Innenräume in den Motivteilen können also ebenfalls weiße bleiben.
Wölbt die einzelnen Teile wieder vorsichtig auf der Moosgummiplatte. Anschließend befestigt ihr die größeren Bildteile mit höheren und die kleinen Details mit niedrigeren Klebepads.
Baut das Motiv von groß nach klein auf. Kontrolliert vor dem Festdrücken, ob Blätter, Früchte, Blüten und Schmetterlinge genau auf den darunterliegenden Abbildungen sitzen.
✨ 3D-Motive vorbereiten und aufbewahren
Stellt die 3D-Motive möglichst fertig, bevor ihr mit der eigentlichen Kartengestaltung beginnt. So könnt ihr die Größe, Form und Wirkung des Motivs besser einschätzen und die weiteren Papiere und Verzierungen passend dazu auswählen.
Ihr könnt auch mehrere Motive auf Vorrat ausschneiden und zusammensetzen. Benötigt ihr später kurzfristig eine Karte, habt ihr bereits ein fertiges 3D-Bild zur Hand.
Das Ausschneiden der einzelnen Teile braucht etwas Geduld, ist aber auch eine wunderbar ruhige Beschäftigung für den Abend.
🎨 Fertige 3D-Bilder auf Karten verwenden
Sind eure 3D-Motive fertig aufgebaut, könnt ihr sie auf Karten, Geschenkanhängern oder anderen Bastelarbeiten verwenden. Achtet bei der Kartengestaltung darauf, dass das plastische Motiv genügend Platz erhält und nicht von zu vielen weiteren Dekorationen verdeckt wird.
Die beiden gezeigten Obstkarten sind Teil unseres Basteltipps für Juli 2026. Dort zeigen wir euch insgesamt vier Kartengestaltungen mit Erdbeeren, Himbeeren, Pflaumen und Birnen:
👉 Basteltipp 07/2026 – Karten mit Beeren & Obst
Mit etwas Übung erkennt ihr schnell, in welcher Reihenfolge die Bildteile zusammengesetzt werden. Dann entstehen aus einfachen flachen Schneidebögen plastische Motive, die eure selbst gebastelten Karten zu besonderen Blickfängen machen.